Kommunen
Herausforderung für Kommunen
Littering stellt für Kommunen und Städte in Deutschland eine große Herausforderung dar, da es eine Vielzahl an Aufgaben nach sich zieht, die sowohl personellen als auch finanziellen Aufwand erfordern. Zu den dringendsten Aufgaben, die durch Littering entstehen, gehören:
1. Reinigung öffentlicher Plätze – regelmäßiges Entfernen von Abfällen in Parks, auf Straßen und Gehwegen.
2. Entleerung öffentlicher Abfallbehälter – häufige Leerungen, um Überfüllungen und weitere Verschmutzung zu verhindern.
3. Zusätzliche Reinigungsausrüstung und Personal: Städte müssen in Kehrmaschinen, Abfallsammelfahrzeuge und Reinigungspersonal investieren, um mit dem Litteringaufkommen Schritt zu halten.
4. Sonderreinigungen an Hotspots: Besonders stark frequentierte Bereiche, wie Bahnhöfe, Einkaufsstraßen und Veranstaltungsgelände, erfordern zusätzliche Reinigungsmaßnahmen. Diese Hotspots müssen oft mehrmals täglich gesäubert werden, um eine übermäßige Verschmutzung zu verhindern.
5. Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen: Viele Kommunen sehen sich gezwungen, Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung gegen Littering zu starten, um das Problem an der Wurzel zu bekämpfen. Diese Maßnahmen wirken zwar nicht unmittelbar, haben aber langfristig hohe Bedeutung für die Reduzierung des Litterings.
Diese Aufgaben belasten das Budget der Städte erheblich und führen dazu, dass zusätzliche finanzielle Mittel, die anderweitig verwendet werden könnten, für die Beseitigung von Abfall eingesetzt werden müssen. Auch die Abfallgebühren für Bürgerinnen und Bürger steigen.
Kommunen-Toolbox
Best-Practice-Beispiele aus NRW
| WER | Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH |
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| KONTAKT | www.awbkoeln.de Bildnachweis ©AWB Köln |
Das Team Umweltbildung der AWB Köln vermittelt praxisnahes Wissen zu Abfallvermeidung, Recycling und Stadtsauberkeit. Durch Aktionen, Besuche und Betriebsführungen wird das Umweltbewusstsein bei Jung und Alt gefördert.
| WER | Stadt Gelsenkirchen, Gelsendienste |
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| KONTAKT | www.gelsendienste.de info@gelsendienste.de Bildnachweis © GELSENDIENSTE |
Die Papierkörbe sind sehr robust und fallen durch ihre blaue Farbe ins Auge. Insgesamt 20 verschiedene Texte sollen – mit einem Augenzwinkern – das Bewusstsein für die Sauberkeit im öffentlichen Raum stärken und zugleich darauf hinweisen, dass jeder hierzu ganz leicht seinen eigenen Beitrag leisten kann.
Übersicht der Sprüche:
- Ihre Papiere, bitte!
- Darf ich Dir was abnehmen?
- Mir kannst Du alles anvertrauen!
- Empfehlen Sie mich bitte weiter!
- Bloß keine Verlustängste!
- Was Du heute kannst entsorgen …
- Falls Du mal was loswerden willst …
- Rund um die Uhr für Sie geöffnet!
- Hier gilt das Gelsenkirchener Reinheitsgebot!
- Bitte den blauen Pfeilen folgen!
- Keine Angst, ich beiße nicht!
- Bitte Hunde-Kot-Beutel eingeben!
- Knapp daneben ist auch vorbei!
- Den machst Du mit links!
- Einer geht noch rein!
- Rein damit!
- Sauber!
- Einwurf!
- Versenkt!
- Volltreffer!
| WER | bonnorange AöR |
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| Kontakt | www.bonnorange.de Bildnachweis ©bonnorange AöR |
Das neue Modell des Altpapiercontainers bietet die Möglichkeit, eine großflächige Beklebung anzubringen. Die Einwurfzeiten werden genannt und die Webadresse www.bonnorange.de/altpapiercontainer ergänzt durch einen QR-Code bieten die Möglichkeit, weiterführende Informationen abzurufen.
Mit Bildern wird darauf aufmerksam gemacht, dass Kartons vor dem Einwurf zerkleinert werden sollten, da sonst das Volumen nicht ausgenutzt wird. Auch ein Hinweis, dass Beistellungen nicht erlaubt sind, wurde integriert.
| WER | Stadt Hilden |
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| KONTAKT | www.hilden.de/stadtreinigung Bildnachweis © Abfallberatung Hilden |
Das Faltblatt „Hunde in Hilden – Stadtleben mit Vierbeinern“ enthält Hintergründe, Fakten und Infos zum Thema Hundekot und ist auf der Webseite der Stadt Hilden zu finden.
| WER | Kreis Weseler Abfallgesellschaft KWA (Asdonkshof) und Abfallbündnis im Kreis Wesel |
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| KONTAKT | frag-mike.info Team Mike : frag-mike@aez-asdonkshof.de Bildnachweis ©Kreis Weseler Abfallgesellschaft mbH & Co. KG |
Träger der Abfallkampagne „Mach’s richtig“
ist das Abfallbündnis im Kreis Wesel, bestehend aus allen Städten und Gemeinden des Kreises Wesel, dem Asdonkshof sowie dem Kreis selbst.
Die Kampagne, die über mehrere Jahre angelegt ist, basiert auf dem Abfallwirtschaftskonzept und soll die Bürgerinnen und Bürger für abfallwirtschaftliche Themen sensibilisieren. Die Schwerpunkte wurden im Vorfeld in intensiven Dialogen mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden herausgearbeitet.
Schwerpunkte und Inhalte
Ein zentrales Thema der Kampagne ist das sogenannte Littering. Als Ansprechpartner und „Gesicht“ der Kampagne fungiert Mike, der Müllexperte.
Er steht während der gesamten Kampagne als Experte zur Verfügung und vermittelt die Inhalte auf Augenhöhe – ohne erhobenen Zeigefinger.
Methoden und Maßnahmen
Zum Wissenstransfer werden verschiedene Tools genutzt, darunter:
- Informative Plakate
- Promotion-Teams, die insbesondere bei regionalen Events aktiv sind
- Unterstützung von Müllsammelaktionen (Clean-ups)
- Vernetzung mit lokalen Akteuren
Auf Mikes Website frag-mike.info können unterschiedliche Themen rund um die Abfallentsorgung nachgelesen werden. Ergänzend stehen dort kurze Filme zur Verfügung.
Erstmals werden Informationen kreisweit gebündelt, etwa in einem Kalender für Clean-up-Aktionen. Zusätzlich wird über einen eigenen Instagram-Kanal (@frag.mike) kommuniziert.
| WER | Stadt Oberhausen, Fachbereich Klima- und Ressourcenschutz |
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| KONTAKT | www.oberhausen.de Bildnachweis ©Stadt Oberhausen |
Der Kaugummi kann beliebig auf einem Aufdruck (Blatt) aufgeklebt oder in die darunter angebrachte Box eingeworfen werden. Eine Gum-Wall bietet einen positiven Anlass, über Kaugummientsorgung nachzudenken.
Das Prinzip der Kaugummifänger ist einfach: In der grünen Box (55x26x12 cm) hängt ein Papierbogen, auf dem Theo Tonne, Papierkörbe und der Slogan „ich mach mit“ abgebildet sind. Hier sollen die Kaugummis draufgeklebt werden. Wenn der Bogen voll ist, kann das Papier einfach entfernt und im Müll entsorgt werden.
| WER | Wirtschaftsbetriebe Duisburg |
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| KONTAKT | www.wb-duisburg.de Bildnachweis ©Wirtschaftsbetriebe Duisburg |
Um Litteringverhalten vorzubeugen, appellierte die Kommunikationskampagne im Kern an das Mitgefühl der Menschen. Im Zentrum der Geschichte standen die Müllies, fünf ausgesetzte Abfälle, die ein neues Zuhause suchen. Bernd Becher, Martha Maske, Kai Kippe, Karla Kaugummi sowie Carola und Pommfred Schranke wurden auf bekannte Duisburger Hintergründe gesetzt, um eine höhere Identifikation zu schaffen. Jeder Müllie hat eine eigene Geschichte, die auch auf einer eigenen Webseite vorgestellt wurde.
| WER | Kommunale Servicebetriebe Recklinghausen KSR |
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| KONTAKT | www.zbh-ksr.de Bildnachweis ©KSR Kommunale Servicebetriebe Recklinghausen |
Die KSR bieten Sammelgruppen, Familien oder Einzelpersonen die Möglichkeit, durch die Übernahme einer Müllpatenschaft Recklinghausen sauber zu halten. Sammelgebiete können Lieblingssorte, das eigene Wohnumfeld oder jede städtische Fläche sein und werden im Vorfeld mit den KSR abgestimmt. Die KSR unterstützten mit wichtigen Utensilien wie Handschuhen, Zangen, Säcken und bietet die Abholung des gesammelten Mülls vor Ort an.
Anerkennung Müllpaten*innen: Inhaber von Ehrenamtskarten können sich die Sammelzeiten bestätigen lassen. Alle Pateninnen werden zur jährlichen Besenparty eingeladen und erhalten ein Patenschaftsurkunde vom Bürgermeister.
| WER | Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH |
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| KONTAKT | www.awbkoeln.de Bildnachweis ©AWB Köln |
Über die AWB-App können Bürgerinnen und Bürger unkompliziert wilden Müll im Stadtgebiet melden. Die AWB erhält die Meldung direkt, prüft sie und sorgt für eine zeitnahe, fachgerechte Entsorgung.
| WER | Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH |
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| KONTAKT | Bildnachweis ©AWB Köln |
Die „Grill Scouts“ sprechen gezielt junge Menschen an, die Parks im Sommer zum Grillen und Entspannen nutzen. Sie sind im Sommer in den Kölner Grünanlagen im Einsatz, um für die richtige Müllentsorgung zu sensibilisieren und die Eigenverantwortung stärken.
| WER | Stadtservice der Stadt Brühl in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW |
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| KONTAKT | www.bruehl.de Bildnachweis ©Stadtservice Brühl |
Kampagne gegen das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen
Die Kampagne soll sensibilisieren, Zigarettenkippen nicht achtlos in die Umwelt zu werfen, sondern unterwegs ausgedrückt in (integrierten) Zigarettenaschern an Mülleimern zu entsorgen oder Taschenaschenbecher zu nutzen, deren Inhalt später im Restmüll entsorgt wird.
Über verschiedene Elemente werden Verbraucher/innen über Umweltauswirkungen und die richtige Entsorgung von Zigarettenkippen informiert bzw. sensibilisiert: Tonnenaufkleber an öffentlichen Mülleimern, Zigarettendemo, Plakate, Roll-Up, Abstimmaschenbecher und Flyer. Temporär wurden Taschenaschenbecher kostenlos verteilt.
| WER | bonnorange AöR |
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| KONTAKT | www.bonnorange.de kundenservice@bonnorange.de Bildnachweis ©bonnorange AöR/Jörn Wolter |
Dem Wunsch der Bonner*innen folgend, wurden „auffällige“ Papierkörbe mit Aschenbecher an Bushaltestellen und am Rheinufer installiert und mit den Aufklebern auf den integrierten Aschenbecher hingewiesen. Auch die farbliche Gestaltung ist ein „Hingucker“.
Interessante Links
Hintergrundinformationen externer Anbieter
In den unten aufgeführten Quellen finden sich weitere Informationen rund um das Thema Littering. Verlinkt ist unter anderem der ordnungsrechtlichen Gebührenrahmen in NRW und ein Forschungsbericht des Bundesumweltministeriums. Das Web-Angebot des UBA (Umweltbundesamt) bietet mit dem Suchbegriff „Littering“ ebenfalls Daten und Forschungsergebnisse bezogen auf Maßnahmen und Auswirkungen der Vermüllung.
Gut zu wissen
FAQ – Frequently asked questions
Ja, in den meisten Regionen und Gemeinden besteht eine Pflicht, Hundekot zu entfernen, zum Beispiel in der örtlichen Satzung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das Ziel ist es, die Sauberkeit der öffentlichen Bereiche zu gewährleisten und die Verschmutzung von Grünanlagen zu reduzieren. Daher sollte man immer genug Hundekotbeutel mitnehmen.
Das Nichtentfernen von Hundekot kann als Ordnungswidrigkeit betrachtet werden, die mit einer Geldstrafe geahndet werden kann. Die genaue Höhe der Strafe und die Durchsetzung der Vorschriften können jedoch von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein.
Wenn Sie als Privatperson eine Müllsammelaktion z.B. im Freundeskreis, über einen Verein oder in der Nachbarschaft organisieren möchten, sollten Sie im Vorfeld einige Punkte beachten (siehe auch Checkliste und Erläuterungen unter Mitmachen):
Vorbereitung:
Suchen Sie einen günstigen Termin und machen Sie Werbung (Handzettel, Presse, social media) für die Aktion, um weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu finden.
Wenden Sie sich an die Abfallberatung Ihrer Kommune, um die Sammelaktion anzumelden und auch von dort Unterstützung zu erhalten. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem regionalen Entsorgungsbetrieb auf, um die Abholung des eingesammelten Mülls zu organisieren (Ort und Zeitpunkt). Manche Kommunen oder Entsorgungsbetriebe stellen auch die Ausrüstung zum Sammeln (Warnwesten, Handschuhe, Greifzangen und Müllsäcke) zur Verfügung.
Durchführung:
Wählen Sie einen geeigneten Treffpunkt als Ausgangspunkt, um Absprachen zu treffen und Material auszugeben.
Informieren Sie über die kenntlich gemachten Sammelstellen für den eingesammelten Müll und den Zeitpunkt, wann die Müllabfuhr erfolgt.
Abschluss:
Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt für den Abschluss der Sammelaktion. Ermitteln Sie die Menge des eingesammelten Mülls und teilen Sie Ihren Erfolg der Presse mit, genauso wie den Dank an alle, die teilgenommen haben.
Ein nettes Beisammensein bei Kaffee und Kuchen oder ein kleines Picknick können die Sammelaktion abrunden.
In den meisten Städten gibt es Möglichkeiten, wilde Sperrmüllablagerungen oder andere Formen der Vermüllung zu melden, damit eine zeitnahe Reinigung erfolgen kann. Dazu wenden Sie sich z. B. an den regional zuständigen Abfallentsorgungsbetrieb oder das Umweltamt der Stadt oder Gemeinde. Häufig gibt es auch spezielle Hotlines oder Online-Formulare, über die Sie illegale Müllablagerungen melden können. Solche Dienste finden Sie durch Online-Suche nach dem Namen Ihrer Stadt oder Gemeinde zusammen mit Begriffen wie „Abfallentsorgung“, „Müllentsorgung“ oder „Müllmeldung“ oder „wilde Kippen melden“.
